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Die Chance der KriseDas war eine gute Woche für den Klimaschutz. Endlich hat auch die deutsche Autoindustrie die Zeichen der Zeit erkannt. Erstmals sprach ein deutscher Auto-Chef aus, was schon jedes Kind seit langem weiß: „Das Ende des Ölzeitalters ist da“. Also sieht Daimler-Boss Dieter Zetsche „die weltweite Autobranche am Scheideweg.“ Das war eine gute Woche für den KlimaschutzNicht die Stärksten würden überleben, sondern diejenigen, die notwendige Veränderungen am besten meistern. 2009, so Zetsche, werden die Weichen für eine alternative Autopolitik gestellt. Die Zukunft gehört nicht dem heutigen Benzinauto, sondern dem Elektroauto, dem Hybridauto, dem Pflanzenölauto und insgesamt dem sparsamen, kleineren Auto. Man muss hinzufügen: und einem attraktiven öffentlichen Verkehr. Schon seit Jahren gibt es weltweit einen großen Run auf die kleinen Autos. Doch die US-Autobauer und ihre deutschen Kollegen haben die Zukunft verschlafen und brauchen jetzt staatliche Hilfe, um ihre großen Dreckschleudern los zu werden. Nur wer rasch kleinere Autos mit alternativen Antrieben auf den Weltmarkt bringt, hat Überlebenschancen. Die zweite gute Meldung dieser WocheIn Bonn wurde von über 70 Regierungen die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien gegründet. Jetzt bekommen die beiden alten Energieagenturen, die IEA in Paris und die Atomenergie-Agentur in Wien endlich ebenbürtige Konkurrenz durch die Erneuerbaren Energien. Konkurrenz auf Augenhöhe. 15 Jahre lang hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer die Idee einer Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien propagiert. 2007 griff die Bundeskanzlerin seine Vorstellung auf und lud andere Regierungen zum Mitmachen ein. Der Start war gut und kann den Ökoenergien weltweit zum Durchbruch verhelfen. Innerhalb dieser Woche noch eine dritte positive Meldung für den KlimaschutzDie Verbände der Erneuerbaren Energien haben angekündigt, dass Deutschland schon 2020 etwa die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs ökologisch erzeugen könne, wenn das derzeitige Umstiegs-Tempo beibehalten werde. Schon heute sind bei den Erneuerbaren 250.000 Menschen beschäftigt. 2020 sollen es eine halbe Million sein und langfristig eine Million. Mitten in der ökonomischen Weltkrise zeigen sich immer deutlicher die Chancen für eine andere, intelligentere Wirtschaftspolitik. Von der Autoproduktion über die Energieversorgung bis zum ökologischen Bauen – wie soeben auf der weltgrößten Baumesse in München deutlich wurde. Der Brutal-Kapitalismus à la Bush und Reagan ist zusammengebrochen wie der Kommunismus vor 20 Jahren. Die Zukunft gehört der öko-sozialen Marktwirtschaft, die nicht mehr gegen die Natur, sondern mit der Natur wirtschaftet. Das ist die Chance der gegenwärtigen Krise. Es ist die Chance auf ein weltweites ökologisches Wirtschaftswunder. Quelle:© Franz Alt 2009 Heizmethoden Sonne, Luft oder Holz - Heizung der ZukunftViele Haushalte, die noch mit Öl und Gas heizen, machen sich über Alternativen Gedanken. Denn traditionelle Heizmethoden werden immer teurer. Wie Sie alternativ Ihr Haus warm halten können. Sonnenkollektoren für thermische SolarenergieRegelmäßiges Stoßlüften, Zimmertemperatur in der Nacht um zwei Grad senken – allen Spartipps zum Trotz entfallen auf die Heizkosten im Durchschnitt noch immer mehr als 70 Prozent der Energieaufwendungen. Zum Vergleich: Auf das Kochen und die Beleuchtung entfallen gerade mal vier beziehungsweise ein Prozent. Kein Wunder also, dass sich eine wachsende Anzahl an Verbraucher auf der Suche nach umweltfreundlichen und kostengünstigen Alternativen mit Erneuerbaren Energien beschäftigt. Einer Forsa-Umfrage zufolge halten bereits 74 Prozent der Haus- oder Wohnungsbesitzer den Umstieg auf Solarwärme, Holzpellets oder Wärmepumpen für lohnend. Bereits jeder fünfte Haushalt betreibt schon eine Heizung mit Erneuerbaren Energien. Doch wie genau funktionieren diese alternativen Heizsysteme und was kostet das? Solarthermie – Sonnenstrahlen wärmen das HausDie bekannteste unter den Erneuerbaren Energien ist die Solarenergie. Bei der so genannten Solarthermie wird mit Hilfe von Solarkollektoren Wasser erhitzt, welches dann meistens für Warmwasser in Bad und Küche verwendet wird. Bei einer ausreichend großen Kollektorfläche auf dem Dach kann die Solaranlage allerdings auch zur Heizungsunterstützung - zum Beispiel neben einer Öl- oder Gasheizung - benutzt werden. Auf diesem Weg lässt sich in den Übergangsmonaten (Frühjahr und Herbst) Heizenergie einsparen. Die Preise für eine Solaranlage liegen Branchenangaben zufolge für einen 4-Personen-Haushalt zwischen 4.000 und 6.000 Euro inklusive Montage. Wenn zusätzlich eine Heizungsunterstützung gewünscht wird, können die Preise bis auf 8.000 bis 10.000 Euro steigen. So funktioniert die Solaranlage Bei einem Neubau sind die Bedingungen für die Installation besonders günstig, hier können etwa 20 Prozent der Kosten gegenüber einem nachträglichen Einbau gespart werden. Bei bestehenden Gebäuden empfiehlt es sich, eine anstehende Heizungsmodernisierung oder Dachsanierung abzupassen. Wenn die Heizungsmodernisierung oder eine Wärmedämmung mit dem Einbau einer Solaranlage kombiniert wird, winken zudem Fördergelder vom Staat. Förderungen durch den Staat Solaranlagen zur Trinkwassererhitzung erhalten eine Basisförderung in Höhe von 60 Euro je m² Kollektorfläche, mindestens jedoch 410 Euro. Wird mit den Solaranlagen auch geheizt, erhöht sich die Basisförderung auf 105 Euro je m² Kollektorfläche für die ersten 40 m², für die darüber hinaus gehende Fläche erhält der Hauseigentümer noch jeweils 45 Euro. Wer seine Solaranlage noch mit einer Biomasseheizung oder eine Wärmepumpe (siehe unten) koppelt, kann zusätzlich noch den Kombinationsbonus in Höhe von 750 Euro zusätzlich zur Basisförderung in Anspruch nehmen. Der Effizienzbonus belohnt wiederum den Einsatz von Solaranlagen in besonders gut gedämmten Gebäuden. Der Bonus kann bis zu 100 Prozent höher als die Basisförderung ausfallen. Beispiel: Ein knapp 50 Jahre altes und 205 m² großes Einfamilienhaus wird saniert. Das Ergebnis ist ein Niedrigenergiehaus, dessen Energiebedarf über 50 Prozent niedriger ist als bei vergleichbaren Neubauten. Die Heizung wurde durch eine knapp elf m² große Sonnenkollektoranlage zur Heizungsunterstützung in Kombination mit einer 8 kW Pelletheizung ersetzt. Die jährlichen Heizkosten konnten so auf ein Achtel reduziert werden. Das Haus wird jetzt für rund 500 Euro im Jahr warm. Der Primärenergiebedarf reduzierte sich um 95 Prozent, das heißt, dass jährlich 18 Tonnen CO2 weniger erzeugt werden. Nach den aktuellen Konditionen des Marktanreizprogramms des Energie- und Klimaprogramms der Bundesregierung setzt sich die Förderung bei diesem Beispiel wie folgt zusammen: Solaranlage, Effizienzbonus (Basisförderung + 100%) Die Nettoinvestitionskosten: Solaranlage Quelle: Deutsche Energie-Agentur Alternative Heizmethoden Günstige Wärme aus Luft und ErdeMit Strom betriebene Wärmepumpen können bis zu 90 Prozent der Heizlast übernehmen. Nur in extremen Kältephasen muss die alte Ölheizung noch dazu genommen werden. Luft-Wärmetauscher an der HauswandWärmepumpen funktionieren nach demselben Prinzip wie Kühlschränke. Um die Lebensmittel zu kühlen, zirkuliert im Kühlschrank ein Kältemittel, das die Wärme im Inneren des Geräts aufnimmt, um sie an der Rückseite wieder abzugeben. Eine Wärmepumpe funktioniert genauso, nur das hier die Wärme und nicht die Kälte genutzt wird. Wärmepumpen entnehmen die Wärme auf niedrigem Temperaturniveau aus einer äußeren Wärmequelle, etwa dem Erdreich, Grundwasser oder Außenluft. Anschließend wird die Wärme auf die für die Hausheizung benötigte Temperatur angehoben. Das Prinzip ist nicht neu, bereits in den 70er Jahren waren angesichts der hohen Ölpreise Wärmepumpen sehr beliebt. Es gibt Erd- und Luftwärmepumpen. Letztere haben den Vorteil, dass der Investitionsaufwand niedriger ist. Denn für die Erdwärmenutzung sind kostspielige Bohr- und Erdarbeiten nötig, da eine Erdsonde in den Boden eingelassen werden muss. Luftwärmepumpen dagegen können außerhalb der Gebäude oder in Kellern aufgestellt werden. Dennoch muss man auch bei den Luftwärmepumpen mit Kosten ab 10.000 Euro aufwärts rechnen. Zum Vergleich: Moderne Gas- oder Öl-Brennwertkessel kosten zwischen 4.000 und 7.000 Euro. Gute Wärmedämmung und effiziente AnlagenDamit sich die Investition lohnt, sollte zum einen eine gute Wärmedämmung vorhanden sein, zudem muss die Pumpe effizient arbeiten. Ansonsten schnellen die Stromkosten rasch in die Höhe. Die Effizienz der Pumpen wird mit der Jahresarbeitszahl (JAZ) gemessen. Diese gibt das Verhältnis zwischen erzeugter Wärme und eingesetzter Strommenge an und sollte mindestens bei 3,5 liegen. Gute Anlagen liegen bei vier. Die JAZ ist auch die entscheidende Kennziffer, um die Fördermittel des Bundes in Anspruch zu nehmen. Für hocheffiziente Anlagen mit hoher JAZ gibt es einen Innovationsbonus. Die einzuhaltenden Mindestwerte sind dabei abhängig vom der genutzten Wärmequelle (Luft, Erdwärme, Grundwasser) sowie dem Einsatzbereich (Neubau, bestehendes Gebäude). Auch hier gibt es den Kombinationsbonus von 750 Euro, wenn zum Beispiel die Wärmepumpe mit einer thermischen Solaranlage kombiniert wird. Beispiel: Das 396 m² Mehrfamilienhaus, Baujahr 1951, wurde umfassend energetisch saniert. Dadurch liegt der Energiebedarf um 50 Prozent unter den Anforderungen für vergleichbare Neubauten. Die Erdsonden-Wärmepumpe liefert die Wärme mit einer Heizleistung von 11kW. Zwei je 80 m tiefe Erdsonden dienen als Wärmequelle. Die Förderung im Überblick: Basisförderung Nettoinvestitionskosten: Erdsonden Quelle: Deutsche Energie-Agentur Alternative Heizmethoden Holz - Renaissance der LagerfeuerUm Energiekosten zu sparen, haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr deutsche Haushalte zusätzlich zur vorhandenen Öl- oder Gasheizung holzbefeuerte Kaminöfen angeschafft. Moderner HolzofenHolz ist als Brennstoff beliebt, weil es nicht nur günstig, sondern auch kohlendioxidneutral verbrennt. Das bedeutet, dass bei der Verbrennung nur die Menge an CO2 freigesetzt wird, die der Baum vorher beim Wachstum gebunden hat. Der Nachteil ist die Zunahme der gesundheitsschädlichen Feinstaubbelastung. Laut dem Bundesumweltministerium verursachen Privathaushalte bereits 14 Prozent des Feinstaubs in Deutschland. Um das zu ändern, sollen schon bald die Grenzwerte für Feinstaub und Emissionen von Feuerstellen neu festgelegt werden. Moderne Kamine erfüllen jedoch schon jetzt die Standards einer möglichen neuen Verordnung. Als besonders umweltfreundlich gelten Holzpellet-Heizungen. Die kleinen Holzpresslinge aus Restholz sind für den Verbrennungsvorgang optimiert. Moderne HolzheizungenDoch nicht nur der Brennstoff, sondern auch die Auswahl des Ofens ist entscheidend. Traditionelle offene Kamine sind zwar hübsch anzuschauen, können die Wärme aber nur drei bis vier Stunden speichern. Moderne Kamin- oder Ofenkonstruktionen können dagegen mit Hilfe so genannter Wassertaschen das ganze Haus mit Warmwasser und Heizwärme versorgen. Das erhitzte Wasser wird wahlweise zur Heißwasserversorgung benutzt oder in die Heizungsanlage umgeleitet. Moderne Pelletöfen verfügen zudem über eine automatische Zufuhr von Holzpellets, die durch die vorgewählte Raumtemperatur oder Heizleistung geregelt wird. Große Pelletheizungen lassen sich auch für Zentralheizungen nutzen, für sie braucht man allerdings einen separaten Heizungsraum. Die Kosten für einen solchen Holzpelletkessel liegen zwischen 10.000 und 14.000 Euro. Für solche so genannten Biomasseheizungen können ebenfalls Fördermittel beantragt werden. Um die Basisförderung zu erhalten, dürfen die Holzheizungen bis 1.000 kW die Staubemission von 50 mg/m³ nicht überschreiten. Die Basisförderung beträgt je nach Anlage mindestens 1.000 Euro, höchstens jedoch 2.500 Euro. Auch hier sind Effizienz- oder Kombinationsboni vorgesehen. Beispiel: Das 250 m² große Einfamilienhaus wurde 1971 errichtet und 2006 umfassend saniert. Nun liegt der Energiebedarf um 30 Prozent unter den gesetzlichen Anforderungen für Neubauten. Das Haus wird von einer Pelletheizung mit einer Heizleistung von 14 kW warm gehalten, in Kombination mit einer 12 m² großen Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Die Förderung im Überblick: Basisförderung, Pelletkessel Nettoinvestitionskosten: Solaranlage Quelle: Deutsche Energie-Agentur Fazit Auch wenn die Anfangsinvestitionen für alternative Heizsysteme hoch sind, spart man auf lange Sicht nicht nur beim C02-Ausstoß kräftig ein. Zum Vergleich: Der Einbau einer Ölheizung kostet für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem 150 m² Einfamilienhaus zwischen 4.000 und 7.000 Euro, für alternative Heiztechnik plus Solaranlage muss man 10.300 Euro investieren. Die jährlichen Energiekosten liegen bei einer Ölheizung für dieses Haus, so die deutsche Energie-Agentur, bei 3.600 Euro. Beim Einsatz alternativer Energien kann man mindestens rund 1.000 Euro pro Jahr sparen. Das bedeutet, dass sich die Investition in alternative Heizmethoden - bei steigenden Energiepreisen von angenommen drei Prozent jährlich - in neun Jahren amortisiert hat. Beratung: Die geeignetste und kostengünstigste Lösung finden Sie mit Hilfe eines Energieberaters. Adressen liefert hier das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Eine kostengünstige Alternative sind die Energieberatungsstellen der Verbraucherzentralen. Der tiefe Ölpreis hat ein Ablaufdatum Werden die Athabasca-Ölsandfelder mit einem steigenden Ölpreis schon bald wieder lukrativ?Bodenbildung: Der Ölpreis kommt zwar laufend aufgrund enttäuschender Konjunkturdaten, besonders aus den USA, unter Druck, kann sich nun aber schon seit Wochen über der 40 US-Dollar-Marke halten. Die Förderkürzungen der Opec scheinen nun zumindest eine Stabilisierung beim schwarzen Gold herbeigeführt zu haben. Und nicht nur das, vor rund einer Woche konnte der Ölpreis seinen steilen Abwärtstrend seit Juli 2008 seitwärts verlassen. Das dürfte, trotz schwelender Rezession, ein erstes Zeichen für eine Trendwende sein. Richtung 60 Dollar Ein Indiz dafür, dass demnächst höhere Erdölnotierungen zu erwarten sind, zeigt auch die wieder aufkeimende Investitionsbereitschaft der Ölkonzerne. So möchte etwa der brasilianische Energiekonzern Petróleo Brasileiro (Petrobras) in den nächsten fünf Jahren 174,4 Milliarden Dollar investieren, um die Ölfelder vor der Küste Brasiliens zu erschließen, um seine Fördermenge zu verdoppeln. |